Kariesprophylaxe mit Fluoriden
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kiefernheilkunde
(DGZMK):
„Eine ausgewogene Ernährung, zweckmäßige Zahn- und Mundpflege
sowie die Anwendung von Fluoriden sind die drei Eckpfeiler zahnmedizinischer
Prävention.
Aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse ist beim Einsatz von
Fluoriden der lokalen Applikation (Anwendung durch direkten Kontakt mit
der Zahnoberfläche)
gegenüber der systemischen Zufuhr (Fluoridaufnahme durch Tabletten, Trinkwasser,
Kochsalz usw.) der Vorrang einzuräumen. Zahlreiche Untersuchungen haben in den
letzten Jahren herausgestellt, dass Fluoride in erster Linie durch direkten
Kontakt mit Zahnhartsubstanz (lokal) karieshemmend wirken.
Vor dem 6. Lebensmonat sind aus zahnärztlicher Sicht keine Fluoridierungsmaßnahmen
erforderlich.
Mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne sollten diese von den Eltern
einmal am Tag mit einer höchstens erbsengroßen Menge fluoridhaltiger
Kinderzahnpasta (max. 500ppm Fluorid) gereinigt werden. Dabei wird von
einer Anwendung von Zahnpasten mit Frucht- oder Bonbongeschmack abgeraten,
um keinen Anreiz zum Herunterschlucken zu geben.
Ab dem 2. Geburtstag sollten die Milchzähne auf diese Weise zweimal
täglich
geputzt werden.
Neben einem karies- und zahnfleischprophylaktischen Effekt
wirkt damit auch eine frühzeitige Gewöhnung des Kindes an die
tägliche Mundhygiene erreicht.
Eltern müssen das Zähneputzen bei Kleinkindern überwachen
und bis ins Schulalter hinein die Zähne der Kinder nachputzen.
Zusätzlich zum Zähneputzen mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta
wird die Verwendung fluoridhaltigen Speisesalzes empfohlen. Weitere Fluoridergänzungen
sind in der Regel nicht notwendig.
Ab dem Schuleintritt sollten die Zähne mit einer Zahnpasta mit einem
Fluoridgehalt von 1000-1500ppm geputzt werden. Fluoridhaltiges Speisesalz
sollte regelmäßig
verwendet werden.
Die lokale Anwendung von höher dosierten Fluoridlacken, -lösungen
oder –gelen
sollte nur nach zahnärztlicher Anweisung und unter zahnärztlicher Kontrolle
erfolgen. Die häusliche Anwendung von Fluoridgelees und –lösungen
sollte erst vom Schulalter an bei Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko erfolgen.“
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